Zum Internationalen Frauentag am 8. März 2024 erlebten Besucherinnen und Besucher der Zentralbücherei Bochum einen besonderen Abend voller Literatur und Musik. Die Veranstaltung war Teil der Bochumer Frauenwochen, die unter dem Motto „Jetzt sind wir Frauen am Ball“ standen, und wurde im Rahmen der Reihe „#BOriginal“ durchgeführt.
Im Mittelpunkt des Abends stand die Wittener Autorin Marianne Luise Koch, die aus ihrem Roman „Ich muss aufpassen, dass ich es nicht vergesse“ las. Mit klarer Stimme und einfühlsamer Präsenz führte sie das Publikum in die Gedankenwelt ihrer Protagonistin Carla ein, die sich mit der komplexen Vergangenheit ihrer Familie auseinandersetzt. Das Thema des Erinnerns und Vergessens, der inneren Brüche und familiären Traumata wurde durch Kochs eindrucksvolle Lesung eindringlich vermittelt.
Begleitet wurde die Autorin von Manfred Kehr, einem vielseitigen Multiinstrumentalisten, der der Lesung mit feinfühlig ausgewählter Musik eine zusätzliche emotionale Tiefe verlieh. Seine musikalischen Improvisationen unterstrichen die Stimmungen der gelesenen Passagen und schufen eine dichte Atmosphäre, die Literatur und Musik auf besondere Weise miteinander verband.
Die Veranstaltung bot nicht nur eine Bühne für kulturellen Austausch, sondern setzte auch ein Zeichen für weibliche Stimmen in Kunst und Gesellschaft – ganz im Sinne des Internationalen Frauentags.
Marianne Luise Koch ist eine Schriftstellerin aus Witten, deren Arbeiten sich durch psychologische Tiefe und einen sensiblen Blick auf zwischenmenschliche Beziehungen auszeichnen. In ihrem Roman „Ich muss aufpassen, dass ich es nicht vergesse“ beschäftigt sie sich mit der Weitergabe familiärer Erinnerungen, unausgesprochenen Konflikten und der Suche nach Identität. Koch ist bekannt für ihre ruhige, eindringliche Sprache, mit der sie ihre Figuren und deren innere Welt lebendig werden lässt.
Manfred Kehr ist ein erfahrener Musiker, der sich durch seine Vielseitigkeit an unterschiedlichen Instrumenten einen Namen gemacht hat. Ob mit Gitarre, Flöte oder Percussion – Kehr versteht es, Klangbilder zu schaffen, die Geschichten nicht nur begleiten, sondern erweitern. Er arbeitet regelmäßig mit Künstlerinnen und Künstlern verschiedenster Disziplinen zusammen und bringt so Musik in neue narrative Kontexte.
